Ansätze zur Verbesserung der Arbeitssicherheit beim Entgraten

Das manuelle Bürsten oder Entgraten ist bei Fertigungsbetrieben immer noch häufig anzutreffen – sei es im Getriebebau, dem Verputzen von Rohmaterial im Stahlbau oder generell in mechanischen Fertigungsbetrieben.

Dies ist hinsichtlich Arbeitssicherheit, Lärm und Luftbelastung nicht unproblematisch und nur durch geeignete Vorsichts- und Schutzmassnahmen nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Trotzdem passieren immer wieder Unfälle und es entstehen Langzeitschäden. Allein in der Schweiz werden jährlich 27‘500 berufsbedingte Augenunfälle gemeldet, was einen Augenunfall alle 20 Minuten bedeutet. In der metallverarbeitenden Industrie machen Augenunfälle ungefähr ein Drittel aller Berufsunfälle aus.

Wie kann diese Gefährdung nachhaltig eliminiert werden?

Es gibt bei den meisten Anwendungen Möglichkeiten, einen manuellen Prozess in den Hauptbearbeitungsprozess, wie zum Beispiel dem Fräsen, zu integrieren. Dabei kommen zum Entgraten und/oder Bürsten flexible Entgratungswerkzeuge mit radialer oder axialer Auslenkung zum Einsatz. Eine Gefährdung von abbrechenden Bürstenfragmenten, eine erhöhte Lärmbelastung sowie eine Partikelbelastung werden damit in eine gekapselte, geschützte Atmosphäre, dem Maschineninnenraum, verlagert. Arbeitsunfälle können somit auf ein Minimum reduziert werden.

Zu welchem finanziellen Preis lässt sich dies umsetzen?

Die schlechte Nachricht zuerst: Ja, diese Änderung ist mit Initialkosten verbunden. Diese sind allerdings eher gering. Nebst dem Vorteil der Sicherheit der Mitarbeiter, lassen sich die Initialkosten in der Regel in kürzester Zeit amortisieren und das Entgratungsergebnis wird konstant und prozesssicher. Das Ergebnis sieht, trotz undefinierten Geometrien, jedes Mal gleich aus. Als Resultat der Einführung der maschinellen Entgratung zeigen sich in der Regel wesentlich kürzere Bearbeitungszeiten und es sind keine zusätzlichen Handlings zwischen dem Hauptprozess und dem Entgraten notwendig.

Fazit:

Viele manuelle Prozesse können mit modernen Konzepten und Spezialwerkzeugen nachhaltig maschinell umgestellt werden. In den Arbeitsplatz und die Arbeitssicherheit zu investieren, auch als Wertschätzung für die Mitarbeiter, lohnt sich. Aber auch, von Kostenvorteilen und verbesserter Qualität zu profitieren, ist ein wesentlicher Vorteil. Also eine Win-Win-Situation!

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